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Interview mit der »Initiative Bundeswehr-Wegtreten«

[ Zu diesem Interview gibt es weitere Informationen in diesem Beitrag ]

? Die Bundeswehr hat im Januar 2007 eine Werbeveranstaltung in der Kölner Arbeitsagentur durchgeführt. Was war das Besondere?

! Nachdem im Jahr 2006 eine Veranstaltung aufgrund von befürchteten Protesten einfach abgesagt worden war, sollte dieses Schlappe sich nicht wiederholen. Für den neuen Termin hatte die Bundeswehr eigenmächtig das Hausrecht an sich gezogen und von bewaffneten Feldjägern abschirmen lassen. Mehrere TeilnehmerInnen wurden von ihrem Maßnahmeträger (im Auftrag der ARGE) dazu zwangsverpflichtet, sich das anzuhören.

? Wie habt ihr darauf reagiert?

! Es gab einen offenen Brief an alle MitarbeiterInnen der Arbeitsagentur, in dem u.a. darauf verwiesen wurde, dass es ein Unding ist, dass bewaffnetes Militär in die Räume der Arbeitsagentur einfällt und in dem gefordert wurde, allen Rekrutierungsveranstaltungen der Bundeswehr generell ein Ende zu bereiten.

? Und wie ging es weiter?

! Es gab viele Diskussionen und zu einer weiteren Veranstaltung im März 2007 hat die Bundeswehr dann zwar erneut ihre Feldjäger geschickt, dieses Mal allerdings »getarnt« in Zivil. Sie waren nicht in der Lage, die zahlreiche AntimilitaristInnen an der Teilnahme zu hindern. Das Ergebnis war, dass der Wehrdienstberater angesichts vieler kritischer Fragen nach einer Stunde entnervt von seinem Vorgesetzten abgelöst wurde, der ebenfalls eine miese Figur machte. Im April verkündete der Leiter der Agentur für Arbeit Köln dann, dass bis zur »Klärung der Rahmenbedingungen« die Werbeveranstaltungen der Bundeswehr bis auf Weiteres ausgesetzt würden.

? Sind die Aktionen auf Köln beschränkt?

! Mittlerweile hat sich der Kreis der AktivistInnen auf andere Städte ausgedehnt. In Bielefeld haben die »aufrechten StörenfriedInnen« im März 2007 den Werbeoffizier mit einer phantasievollen Prozession und ihren Wortbeiträgen derartig geärgert, dass er seine Siebensachen packte und floh. In Wuppertal ist der Werbeoffizier gleich zu Anfang der Veranstaltung »getortet« worden – auch das führte zum sofortigen Abbruch. Die Arbeitsagentur Berlin-Mitte sagte ihre geplanten Veranstaltung aufgrund angekündigter Proteste mehrfach ab. In über zehn Städten gab es bereits ähnliche Störaktionen. Weitere Städte planen aktuell die Umgestaltung solcher Bundeswehrauftritte. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Bundeswehr auch an Schulen und Universitäten versucht Leute zu ködern. Da gibt es noch viel zu tun.                           


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Aus den Kommentaren...

Mops schrieb am 02.02.2015 zu
Emanzipatorische Kritik an antimuslimischem Rassismus und Islamismus?:

Vor vier Jahren geschrieben und aktueller denn je. Seit Niederlegung dieses Textes hat die islamistische wie auch die rassistische Welle ...