Syndikal LogoTaschenkalender für das Ende der Lohnarbeit

Das Jahr

ist mehr als

249 Arbeitstage!*

In unserem Archiv findest du die Beiträge
aller bisherigen Jahrgänge
des Taschenkalenders »SyndiKal«

 

Anarchistisch-syndikalistische Jugend (ASJ)

1 Kommentar

Seit kurzer Zeit gibt es eine verstärkte Vernetzung und Organisierung von anarchosyndikalistisch orientierten Jugendlichen. Darüber sprachen wir mit H. und N. von der »AG Jugend« der FAU. H. ist außerdem Mitglied einer örtlichen Anarchistisch-Syndikalistischen Jugendgruppe.

?  Könnt ihr kurz die Entstehungsgeschichte der ASJ beschreiben?

! Seit 2007 gibt es in der FAU eine Vernetzung von Jugendlichen die sich selbst den Namen »AG Jugend« gegeben hat. Ziel war es zunächst einen Austausch von jungen AnarchosyndikalistInnen zu fördern. Ende 2008 sind mit Unterstützung von jungen FAU Mitgliedern erste Anarchistisch-Syndikalistische Jugendgruppen in Nord-rhein-Westfalen und in Berlin entstanden. Seit Mai 2009 gibt es eine Regionalföderation in NRW mit einer eigenen Kontaktstelle und regelmäßigen regionalen Treffen.

?Wie unterscheidet sich die ASJ von den etablierten Jugendverbänden der Parteien und Gewerkschaften?

! Zum einen natürlich klar durch ihre inhaltliche Ausrichtung. Wir  wollen das jetzige System nicht durch Reformen retten, sondern streben eine herrschaftsfreie Gesellschaft auf Basis des libertären Kommunismus an. Deswegen geben wir uns auch eine ganz andere Struktur als die etablierten Jugendverbände. Bei uns hat niemand mehr zu sagen als andere, alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Uns ist natürlich klar, dass wir unsere Utopie nicht von einen auf den anderen Tag erreichen können. Deshalb setzen wir uns auch für die Verbesserung unserer jetzigen Lebensbedingungen ein.

! Die Frage ist ja auch, ob wir uns überhaupt mit der Idee solcher Institutionen vergleichen, in dem Fall unterscheiden wollen. Sie haben nichts in unserem Verständnis erwähnbares, das sich als so etwas wie eine gesamtgesellschaftliche Perspektive bezeichnen ließe.

? Du sagtest Perspektive, was bedeutet das für euch?

! Die Folgen der Weltwirtschaftskrise werden auch die wohlstandsgebeutelten Deutschen irgendwann einholen. Als Kinder, Jugendliche und Heranwachsende ist es seit jeher normal der/die letzte in der hierarchischen Kette zu sein. Wie viele andere benachteiligte Gruppen wachsen wir in voller Härte mit der Scheiße auf. Unsere Perspektive ist, dies nicht hinzunehmen und unseren Arsch hochzukriegen, dass das auch nicht so bleibt. Dieses Prinzip steckt aber fest im Kapitalismus und seiner Ausprägung in der Lohnarbeit. Da setzt dann auch unser Anspruch auf Syndikalismus an. Prinzip ist, dass sich die jungen Leute selbst organisieren müssen, wie alle anderen Menschen auch. Wir können erstmal nur den Beitrag liefern, dass dies auch mal einen Anstoß findet.

?Welche Themen beschäftigen euch?

! Fast alle Aktiven bei uns sind SchülerInnen, Studis oder Azubis. Dementsprechend befassen wir uns viel mit Thematiken in diesen Bereichen. So haben wir uns sehr stark an der Bildungsstreik Bewegung beteiligt, in dem wir sowohl die Bewegung als solche unterstützt als auch versucht haben, eine breitere Kritik einzubringen.

! In unseren Foren wird die Diskussion allgemein auch immer bunter. Man merkt, dass viel Hunger nach Fragen und Antworten gegeben ist, das wird sich dann auch mit großer Sicherheit in der Arbeit der Gruppen niederschlagen.

?Wie ist euer Verhältnis zur FAU?

! Wie gesagt: Die Initiative zur Gründung eigenständiger Jugendgruppen ist von Jugendlichen FAU Mitgliedern ausgegangen. Somit ist eine starke Zusammenarbeit gegeben. »Doppelmitgliedschaften« gibt es oft, sind aber eben nicht zwingend.

! Unser bisheriges Modell lässt auch mehrere Varianten zu, das Entscheidende für uns ist die Autonomie vor Ort. Ob das nun Gruppen ähnlich wie Syndikate sind, oder wie AGs autonom agierend oder eben nicht gebunden an die FAU. Wir sollten auch bedenken, dass es nicht überall FAU-Syndikate gibt an die sich die Gruppen wenden könnten.

?Wie kann man mitmachen?

! Zur Zeit gibt es noch nicht so etwas wie eine bundesweite Föderation bei der man einfach Mitglied werden kann. In NRW gibt es wie gesagt eine Kontaktstelle an die ihr euch wenden könnt. Ansonsten steht euch auch immer die Kontaktstelle der AG Jugend unterstützend zur Seite, wenn ihr eine eigene Gruppe gründen möchtet.

Nachtrag der Redaktion

Seit Erscheinen des Beitrages im SyndiKal 2010 hat sich erfreulicher Weise einiges in Sachen ASJ getan. Inzwischen gibt es ASJ-Gruppen in einer ganzen Reihe von Städten. Einen Überblick bietet z.B. die Jugend-Seite auf der Website der FAU oder auch der Blog der ASJ Berlin.

 

 


                   


Kommentare

Johnny Rotten schrieb am 07.01.2014 um 21:56 Uhr

Nein, nein, nein! - Wenn etwas wirklich total und für immer verboten gehört, dann sind es Jugendorganisationen! Also, liebe Jugendliche, ihr sollt dummes Zeuchs machen, Musik hören, die wir Alten furchtbar finden, Klamotten tragen, die wir für absolut schrecklich halten, eine große Klappe haben, meinetwegen auch Drogen nehmen, euch für seltsame Religionen interessieren (meinetwegen auch nach Nepal oder Bhutan trampen), Religionen scheiße finden, Politik scheiße finden, uns Alte scheiße finden, aaaaber please, please not in eine Jugendorganisation eintreten. Never ever!!! Anarchistische Jugendorganisationen sind ein Widerspruch in sich, capiche?

Kommentar schreiben

Aus den Kommentaren...

Sabcat schrieb am 01.10.2016 zu
Der Stift als Waffe:

Den Film "Tardi - Schwarz auf Weiß" gibt es hier: https://stream.realeyz.de/media/Tardi+-+Schwarz+auf+Weiss/1_dkcbp7ju/39865471